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In Memoriam I

Dr. phil. Eduard Kehrberger (1912 - 1976)


 

Auch hier habe ich lange überlegt, ob ich diese Seite einstellen soll, sozusagen als "Grabstein 2.0". Andererseits - mein "Alter Herr", der aufgrund seines recht frühen Abgangs von dieser Welt die Entwicklung von Computern und gar des Internets nicht mal in Ansätzen miterlebt hat, verdient es, auf diese Weise eine späte und posthume Würdigung zu erfahren.

 

 

Ein kurzes Portrait ...

Mein Vater wurde am 17. November 1912 in Schwäbisch Gmünd geboren. Er besuchte Schulen in Schwäbisch Gmünd, Haigerloch (Missionshaus der Weissen Väter) und Linz am Rhein, wo er 1932 das Abitur ablegte. 1937 promovierte er an der Universität Tübingen zum Dr. phil.

Nach dem Studium hatte er von 1940 bis 1944 Militärdienst zu leisten, wobei er wohl überwiegend als Dolmetscher in Frankreich eingesetzt war. 1944 geriet er dann in Gefangenschaft.

Albert Einstein-Gymnasium RavensburgSein beruflicher Lebensweg begann in Biberach am Wieland-Gymnasium, bald darauf kam er ans Progymnasium nach Bad Waldsee. Ab 1956 unterrichtete er am "Neuen Gymnasium" in Ravensburg - später dann "Albert-Einstein-Gymnasium" genannt. Seine Unterrichtsfächer waren Geschichte, Französisch und Deutsch. Über lange Jahre wurde er von den Schülern regelmäßig zum Vertrauenslehrer gewählt. 1971 wurde er zum Gymnasialprofessor für Französisch ernannt.

Mit viel Einsatz und Herzblut organisierte er in den Sechzigerjahren einen regelmäßigen Austausch von Ravensburger Schülern mit jungen Menschen der französischen Partnerstadt Montelimar. Auch Schülergruppen aus Algerien und Marokko hat er betreut.

Als Lehrer an derselben Schule wie sein Sohn, waren wohl für uns beide die Jahre bis zu meinem Abitur nicht einfach. Um so mehr fand ich es bedauerlich, daß wir nach unser beider Weggang vom "AEG" 1975 kaum mehr Zeit für einander hatten - nur zu gerne hätte ich seine Nähe ohne die Belastung durch die schulischen Themen noch einige Jahre genossen. "EK senior" war ein ausgesprochen liberaler Geist - jetzt nicht im Sinne einer FDP, sondern viel mehr in der Bedeutung aufgeklärten Denkens. Diese Geisteshaltung hatte ihm übrigens in einer von viel Muff und erzkonservativer Grundhaltung geprägten oberschwäbischen Schule zwar die Anerkennung seiner Schüler, aber auch viel Ärger mit seinen Kollegen eingebracht.   

Leider war ihm nur eine sehr kurze Zeit im Ruhestand gegönnt. Am 12.8.1976 verließ er diese Welt für immer. 

 

f t g m